
Stark gegen sexuelle Erpressung –
Teenager
Du bist nicht allein. Du kannst damit umgehen! Und diese Ressourcen helfen dir dabei. Wenn du Opfer von sexueller Erpressung bist oder nach Möglichkeiten suchst, einem*einer guten Freund*in beizustehen, dann ergreife jetzt diese Maßnahmen.
Stark gegen sexuelle Erpressung – mit diesen 6 Handlungsmöglichkeiten

Für mich
Von sexueller Erpressung (engl. „Sextortion“) spricht man, wenn eine Person online damit droht, explizite Bilder oder Videos – also solche, auf denen du unbekleidet bist oder die einen sexuellen Bezug haben – zu teilen, falls du nicht auf ihre Forderungen eingehst. Häufig geht es dabei um das Senden von Geld, das Aufnehmen weiterer Nacktbilder oder ‑videos oder solchen mit sexuellem Bezug oder um andere illegale Aktivitäten. Hinter solchen Drohungen können sich ganz unterschiedliche Personen verbergen, z. B. Fremde, die du online kennenlernst, Personen, die sich online als jemand anderes ausgeben, oder frühere Liebes- oder Sexualpartner.
Dass eine Nachricht auf sexuelle Erpressung hinausläuft, erkennst du unter anderem an den folgenden Anzeichen: Die Person schreibt Sätze wie „Ich zeig dir meins und du zeigst mir deins“. Sie gibt vor, von einer Modelagentur zu sein und bittet um Fotos. Sie verwendet Fotos, die so bearbeitet wurden, dass sie echt aussehen. Sie versucht, schnell eine romantische Beziehung aufzubauen. Oder sie verwendet mehrere (gefälschte) Identitäten für den Kontakt mit dir. Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, ist das wahrscheinlich auch so.
Nichts daran ist deine Schuld. Du steht nicht alleine da und du kannst die Situation bewältigen.
Wenn dich jemand bittet, etwas zu teilen, das dir unangenehm ist, hast du das Recht, nein zu sagen – auch wenn du zuvor bereits etwas mit dieser Person geteilt hast. Wenn du dich wegen dieser Person schlecht fühlst, solltest du dir vor Augen führen, dass sie etwas falsch macht und nicht du.
Profitipp: Falls jemand dein Passwort kennt, ändere es sofort, um deine Privatsphäre zu schützen.
Sprich mit engen Freund*innen, Lehrkräften, Berater*innen oder Eltern. Du weißt nicht, wie du dieses Thema ansprechen sollst? Hier ein Vorschlag: „Es gibt da eine Sache, bei der ich Hilfe brauche. Ich weiß nicht, mit wem ich darüber sprechen soll. Wenn ich es dir sage, hilfst du mir dabei, herauszufinden, was ich tun kann?“
„Sich Hilfe zu holen, ist das Beste, was du tun kannst. Die Menschen um dich herum wollen nur dein Bestes. Vielleicht sind sie zuerst wütend, aber letztendlich werden sie dich nicht weniger lieben … Und eventuell haben sie sogar Respekt vor deinem Mut.“ – Frau, 18 Jahre, ehemaliges Opfer von sexueller Erpressung
Es verstößt gegen unsere Richtlinien, anderen Personen damit zu drohen oder sie dazu zu zwingen, intime Fotos oder Videos zu teilen. Wenn wir von solchen Verhaltensweisen erfahren, ergreifen wir Maßnahmen gegen diese Personen. In manchen Fällen verstößt es außerdem auch gegen das Gesetz. Wie man Inhalte, einschließlich Nachrichten, meldet, erfährst du in den Hilfebereichen für Facebook und Instagram. Solltest du in Gefahr sein und unmittelbar Hilfe benötigen, wende dich bitte an die Strafverfolgungsbehörden vor Ort. Erfahre mehr über die Sicherheitstools von Meta, die zu deinem Schutz beitragen.
Reiche bei Take It Down einen Fall mit Bildern oder Videos von dir ein. Mit diesem kostenlosen Service kannst du verhindern, dass intime Bilder und Videos weiterverbreitet werden. Du kannst dabei vollkommen anonym bleiben und musst deine Bilder oder Videos an niemanden weitergeben.
Blockiere den*die Erpresser*in, aber lösche weder dein Profil noch deine Nachrichten. Möglicherweise widerstrebt dir das zunächst, aber du solltest die gesamte Unterhaltung mit der Person, die dich bedroht, speichern – auch deine Antworten. Dadurch kannst du anderen leichter zeigen, was passiert ist, anstatt die Geschehnisse nur aus deinem Gedächtnis zu schildern. Speichere alles ab – für alle Fälle.
Auf unserer Seite für Unterstützung in Krisensituationen findest du Organisationen in deiner Nähe, die dir helfen können. Du kannst dich auch über das InHope-Netzwerk an eine lokale Hotline wenden, um eine Meldung einzureichen oder Unterstützung zu erhalten. Solltest du auf den Bildern unter 18 Jahre alt sein, teile das dem*der Berater*in der entsprechenden Hotline unbedingt mit. Wenn bekannt ist, dass du noch minderjährig bist, kann härter durchgegriffen werden.

Für Freund*innen
Versichere noch heute deinen engsten Freund*innen, dass du in solchen Situationen für sie da bist und sie dir vertrauen können. Die digitale Welt hat viele spannende Facetten, aber manchmal ist es auch ganz schön schwierig, sich darin zurechtzufinden. Gerade beim Thema sexuelle Erpressung sollten wir nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf unsere Freund*innen Acht geben. Wir alle müssen dazu beitragen, digitale Räume zu schaffen, in denen wir uns wohlfühlen.
Wenn du glaubst, dass dein*e Freund*in sexuell erpresst wird, teile ihm*ihr Folgendes mit: „Ich möchte, dass du weißt, dass ich immer für dich da bin, wenn jemand versuchen sollte, dich mit einem Foto oder Video von dir dazu zu bringen, etwas zu tun, das du nicht tun möchtest. Ich verurteile dich nicht und gemeinsam werden wir eine Lösung finden.“ Biete deinem*deiner Freund*in Unterstützung an und hilf ihm*ihr. Ergreife keine Maßnahmen im Namen deines*deiner Freund*in. Überlasse ihm*ihr die Entscheidung, wie es weitergehen soll. Stell dir vor, wie du dich fühlen würdest, und stärke ihm*ihr den Rücken.
Du kannst deinen Freund*innen sogar helfen, bevor sie tatsächlich Hilfe benötigen. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür. Sexuelle Erpressung ist abscheulich und die Betroffenen haben oft Angst, sich Freund*innen anzuvertrauen. Versichere deinen Freund*innen, dass du für sie da bist, sollte ihnen jemals so etwas wie eine sexuelle Erpressung widerfahren. Sag es ihnen jetzt, wenn alles in Ordnung ist – und auch so oft wie möglich.
Teile es mit all deinen Freund*innen, damit sie sich genau wie du über sexuelle Erpressung informieren können und erfahren, wie sie abläuft. Wenn du das Video teilst, sag deinen Freund*innen, dass du immer für sie da bist.
Es gibt keine einfachere Regel als diese: Teile keine intimen Fotos oder Videos von anderen Personen. Du kannst dich sonst je nach den Gesetzen deines Landes sogar strafbar machen.
Sexuelle Erpressung kann auch zu Mobbing führen. Die Betroffenen fühlen sich dann oftmals komplett alleingelassen. Damit genau das nicht passiert, baue deine Freund*innen auf und sage ihnen, was sie in deinen Augen besonders macht und was du an ihnen magst.